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Jährlich 70 –80 neue Rheumatolog:innen für Klinik und Praxis, um die Zukunft der Patient:innen­versorgung zu sichern.

14 h für die Rheumatologie? Zu wenig.
Wissen, Denken, Machen: #rhmtlgy

Zur Versorgung von ungefähr 1,5 Millionen Patient:innen werden um die 1.350 Rheumatolog:innen benötigt. Zur Zeit gibt es ca. 750.

Forderungen und Ziele

Wir, das unabhängige Bündnis für Rheumatologie, treten für die rheumato­logische Versorgung von Millionen von Patient:innen heute und in der Zukunft ein. Zur Zeit beträgt die ø Wartezeit auf einen Termin bei Patienten mit berechtigtem Verdacht auf eine entzündlich-rheumatische Erkrankung zwischen 12 bis 40 Wochen. Medizinisch empfohlen sind maximal 6 Wochen. Diese Situation wird sich absehbar verschärfen – wenn Veränderungen ausbleiben. Deshalb fordern wir:

 

Jährlich 70–80 neue Rheumatolog:innen für Klinik und Praxis – mit mehr Lehrstühlen, verbesserter universitärer Ausbildung und gezielter Weiterbildungs­förderung gilt es die Zukunft der Patient:innen­versorgung zu sichern.

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Bis 2030 rund 800 Ärzt:innen in der Rheumatologie weiterzubilden, ist ein Kernziel des Bündnisses für Rheumatologie – und unabdingbar, um dem schon jetzt bestehenden Mangel an Rheumatolog:innen entgegen­zuwirken. Mit durch­schnittlich nur 14 Vorlesungs­stunden plus Übungen fristet die Rheumatologie im Medizin­studium ein Schatten­dasein. Das begrenzte Lehr­angebot bietet den Studierenden kaum Chancen, ein tieferes Interesse für dieses so spannende und vielfältige Fach zu entwickeln. Ein Defizit, das durch die Schaffung von rheumato­logischen Lehrstühlen oder selbst­ständigen rheumato­logischen Einheiten an allen Universitäts­kliniken beseitigt werden muss – auch, um die international renommierte Rheuma­forschung in Deutschland weiter zu stärken.

Zudem fordern wir einen Ausbau der Weiterbildungs­kapazitäten und eine spezifische Förderung der rheumato­logischen Weiter­bildung analog zum bundes­weiten Initiativprogramm Allgemein­medizin (IPAM), das seit einigen Jahren die allgemein­medizinische Facharzt- und Fachärztin-Weiterbildung unterstützt.

Die Rheumatologie tief in der universitären Ausbildung zu verankern, ein ausreichendes Lehrangebot zu etablieren und den ärztlichen Nachwuchs für eine rheumato­logische Weiterbildung zu gewinnen, sind notwendige Maßnahmen für die Zukunft. Die ausreichende Patient:innen­versorgung kann nur gelingen, wenn mehr Weiterbildungs­stellen in der Rheumatologie geschaffen werden. Nur so wird es möglich sein, entzündlich-rheumatische Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und die gut 1,5 Millionen Betroffenen optimal und kosten­effizient zu versorgen.

 

500 zusätzliche Rheumatolog:innen in die Praxen und Kliniken – durch Ausbau der Weiterbildungs­stellen, eigenständige Bedarfs­planung und Sicherung der bestehenden rheumato­logischen Sitze lässt sich die lebens­lange Versorgung von rund 1,5 Millionen Patient:innen gewähr­leisten und optimieren.

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Jeder Patient und jede Patientin mit begründetem Verdacht auf eine entzündlich rheumatische Erkrankung sollte binnen sechs Wochen einen Termin bei einer nieder­gelassenen Rheumato­login oder einem Rheumato­logen bekommen. Derzeit beträgt die Warte­zeit bei den meisten Anfragen jedoch zwischen 12 und 40 Wochen – eine für die Betroffenen unter Umständen folgen­schwere Verzögerung. Ohne Behandlung verursacht Rheuma oftmals bleibende Schäden. Um den medizinisch empfohlenen Zeit­rahmen einzuhalten, sind deutschland­weit mindestens 1.350 Rheumatolog:innen in der Versorgung nötig. Tatsächlich stehen aktuell nur gut 750 dieser Spezialist:innen in Kliniken und Praxen zur Verfügung. Nicht wenige scheiden in absehbarer Zeit aus Alters­gründen aus, sodass sich der bestehende Mangel und das Versorgungs­defizit noch weiter verschärfen werden.

Um dem entgegen­zuwirken, fordert das Bündnis für Rheumatologie eine eigenständige Bedarfs­planung der rheumatologischen Weiterbildungs­stellen und Kassen­arztsitze abhängig von der Zahl der Rheumapatient:innen in der Gesamt­bevölkerung. Das eröffnet auch den zurzeit haus­ärztlich tätigen rheumato­logischen Kolleg:innen die Rückkehr in unser Fach. Zudem muss es möglich sein, dass rheumato­logische Praxen bei alters­bedingtem Ausscheiden des Arztes oder der Ärztin fach­identisch fortgeführt werden. Um den ärztlichen Nachwuchs für unser Fach­gebiet zu gewinnen, gilt es die Anzahl der rheumato­logischen Weiterbildungs­stellen deutlich zu erhöhen. Ein weiteres Mittel gegen den rheumato­logischen Ärzt:innenmangel ist die flächen­deckende Umsetzung der sektor­übergreifenden ambulanten spezial­fachärztlichen Versorgung (ASV).

Mit diesen Maßnahmen sollen zeitnah 500 zusätzliche Rheumatolog:innen in die voll­zeitliche Versorgung integriert werden. Weder andere Fachinternist:innen noch Orthopäd:innen – mit oder ohne Zusatz­bezeichnung Rheumatologie – können die Leistungen dieser Spezialist:innen erbringen. Die Umsetzung unserer Forderungen ist daher unabdingbar, um alle Patient:innen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen best­möglich zu versorgen.

 

Fachübergreifende Systemdenker:innen, wissenschaftlich fundierte Expert:innen, innovativ Behandelnde, lebenslang empathisch Begleitende – Rheumatolog:innen im Dienst für Jung und Alt.

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Rheuma haben doch nur alte Leute! Diese weit­verbreitete Wahr­nehmung gerade­zurücken, ist erklärtes Ziel unseres Bündnisses für Rheumatologie. Eine ankylosierende Spondylitis, die mit hierzulande über 300.000 Betroffenen zweit­häufigste entzündlich-rheumatische Erkrankung, beginnt typischer­weise zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Rund 20.000 rheumakranke Kinder und Jugendliche leben aktuell in Deutschland. Und auch die rheumatoide Arthritis, das „Rheuma“ im Volks­mund, manifestiert sich oft bereits vor dem 50. Lebensjahr.

Die Rheumatologie hat bei Diagnostik und Therapie in den letzten beiden Jahr­zehnten rasante Fortschritte gemacht. Innovative Therapie­ansätze ermöglichen es heute, Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen über viele Jahre hinweg wirksam zu helfen.

Die Rheumatologie ist eine innovative medizinische Disziplin, die fach­übergreifendes Denken und wissen­schaftliche Expertise ebenso erfordert wie Empathie und aufmerksame Gespräche mit den Patient:innen – quer durch alle Alters­gruppen. Dafür tritt rheuma2025.de ein.